Rekultivierung

Bis zur kommunalen Gebietsreform im Jahre 1974 gab es im Kreis Gütersloh eine Vielzahl von Deponien, die durch die Städte und Gemeinden betrieben wurden. Nach der Gebietsreform wurden die Abfälle aus dem gesamten Kreisgebiet auf den Deponien Rietberg-Westerwiehe und Halle-Künsebeck abgelagert. 

Die GEG ist verantwortlich für diese Standorte, die in die Deponien Rietberg-Westerwiehe I und II und Halle-Künsebeck I und II unterteilt wurden. Die letzte Ablagerung von Abfällen erfolgte am 31.12.1999 auf der Deponie Halle-Künsebeck II. Seitdem befinden sich alle Deponien in der Stilllegungsphase. Die Deponien Westerwiehe I und Künsebeck I wurden bereits rekultiviert. Die einzige Deponie im Kreis Gütersloh, die noch genutzt wird, ist die Bodendeponie in Borgholzhausen.

Der Natur eine Chance

Nach dem heutigen Stand der Technik ist die Rekultivierung einer Deponie ein wesentlicher Teil des Oberflächenabdichtungssystems. Sie besteht aus der Rekultivierungsschicht mit geeignetem Boden sowie dem Bewuchs. Die Rekultivierung unterliegt wie die anderen Komponenten des Oberflächenabdichtungssystems genau definierten, an den Deponiestandort angepassten Anforderungen.
Sie dient als Schutzschicht für die darunter liegenden Elemente der Oberflächenabdichtung und sie verhindert bei regelgerechter Planung, Ausführung und Pflege weitgehend das Versickern von Niederschlagswasser in die Deponie. Die unterhalb der Rekultivierung gelegenen Dichtungskomponenten verhindern dann sicher das tiefere Eindringen des Niederschlagswassers.

Für die Altdeponien sind im Zuge der Rekultivierung die Entwicklung unterschiedlicher Biotope vorgesehen. Stärker geneigten Böschungen an den umlaufenden Deponierändern werden als gehölzfreie Grasfluren angelegt, die auch langfristig mehrmals im Jahr gemäht werden. 
Flach geneigte Plateaubereiche werden zum größten Teil als Sukzessionsfläche angelegt, in der die Vegetation weitgehend der Eigenentwicklung überlassen wird. Pflegemaßnahmen beschränken sich in diesem Bereich im Wesentlichen darauf, eine Ansiedlung von Gehölzen zu unterbinden. Gehölze werden gezielt im Übergangsbereich vom Plateau zu den Randböschungen und in ausgewählten Bereichen der Plateaufläche angepflanzt. 
Zu diesem Zweck wird die Rekultivierungsschicht in diesen Bereichen deutlich mächtiger ausgeführt als in den anderen Bereichen. Die Gehölzflächen werden als Niederwald bewirtschaftet, um ein zu starkes Wurzelwachstum zu unterbinden und Schäden durch Windwurf zu vermeiden.

Beispiele in den Kreisen Gütersloh und Warendorf

Die Zentraldeponie Ennigerloh wird in mehreren Ausbauabschnitten an der Oberfläche abgedichtet und rekultiviert. Für den Altbereich der Deponie sind diese Abschnitte und ihre Ausbautermine bereits durch eine Genehmigung der Bezirksregierung Münster festgelegt.
Der erste Ausbauabschnitt mit einer Fläche von ca. 40.000 m2 wurde in den Jahren 2005 bis 2007 fertig gestellt. Die weiteren Ausbauabschnitte im Altbereich der Deponie folgten bis zum Jahr 2016.
Auch Deponien im Kreis Gütersloh sind bereits vollstandig rekultiviert. Hierzu zählt die ehemalige Deponie in Halle/Künsebeck, wo derzeit über Möglichkeiten der Folgenutzungen nachgedacht wird und die ehemaligen Deponien Westerwiehe I und II, die mittlerweile als Solarparks zur regenerativen Energieerzeugung genutzt werden.

  • Rekultivierung und Nachsorge der Deponien im Kreis Gütersloh

    Deponie Technik-Broschüre

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